Aufbau der weiblichen Brust

Die weibliche Brust (lateinisch: Mamma) ist eine Hautdrüse, die aus Drüsenkörper, Fett- und Bindegewebe besteht. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Bildung von Muttermilch.

Der Drüsenkörper besteht aus mehreren Drüsenlappen, die sich wiederum in Drüsenläppchen gliedern, in denen nach der Geburt eines Kindes die Muttermilch gebildet wird. Die Milch wird in den Drüsenlappen über ein verzweigtes System aus Milchgängen in einem großen Milchgang gesammelt, der in der Brustwarze mündet.

Abb. 1: Die weibliche Brust besteht aus Fett, Drüsen- und Bindegewebe. Sie liegt dem Brustmuskel auf, der die Rippen bedeckt, enthält selbst jedoch keine Muskeln. (Bild nach: Patrick J. Lynch Creative Commons Attribution 2.5 License)

Blut- und Lymphgefäße

Die Blutversorgung der Brust erfolgt aus vielen kleinen Gefäßen, die aus größeren Blutgefäßen im Bereich der Achselhöhle und entlang des Brustbeins entspringen. Gewebsflüssigkeit wiederum wird von einem System feinster Lymphgefäße aufgenommen, weitergleitet und abtransportiert. Die Lymphe dient unter anderem dem Abtransport von Krankheitserregern und Abbauprodukten von Zellen. Sie kann bei Brustkrebs aber auch abgelöste Krebszellen enthalten und diese in unmittelbar benachbarte Lymphknoten zuführen, die zum Beispiel in der Achselhöhle liegen. In diesen Lymphknoten wird die Lymphe gefiltert und schließlich in den Blutkreislauf abgeführt. Gelangen heraus gefilterte Krebszellen in den Blutkreislauf, können sie an andere Stelle Tochtergeschwülsten (Metastasen) bilden.

Lebenslanger Wandel unter Hormoneinfluss

Drüsenkörper, Binde- und Fettgewebe der weiblichen Brust unterliegen dem Einfluss von Hormonen, vor allem der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Während des Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft und nach der Geburt kommt es zu erheblichen Hormonschwankungen. Das Nachlassen der Hormonproduktion in den Wechseljahren führt zur Schrumpfung des Drüsenkörpers. Bei älteren Frauen überwiegt schließlich der Fettgewebsanteil in der Brust.

Hormone und Brustkrebs

Bei etwa zwei Dritteln der bösartigen Brusttumoren lassen sich Hormonrezeptoren für Östrogen oder Progesteron nachweisen (Hormonrezeptor-positiver Brustkrebs). Binden diese Hormone an ihre entsprechenden Rezeptoren, wird der Tumor zum Wachstum und eventuell zur Ausbreitung angeregt. Eine Anti-Hormontherapie (endokrine Therapie) blockiert diese Rezeptoren und stellt somit eine effektive Behandlungsoption dar.

Quellen:

Welsch: Lehrbuch Histologie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; 3. Auflage, 2010. Deutsches Grünes Kreuz. Die weibliche Brust. dgk.de/gesundheit/frauengesundheit/brustkrebs/die-weibliche-brust.html; abgerufen am 08.05.2013.