Wie sage ich es meinen Liebsten?

Eine wichtige Frage in solchen Momenten kann sein: Wie sage ich es meinen Liebsten? Es kann jedenfalls nicht lange gelingen, die Krebsdiagnose vor den nächsten Angehörigen geheim halten zu wollen. Früher oder später merken alle Beteiligten, dass etwas nicht stimmt. Und auch Angehörige und Freunde brauchen Hilfe, um ihre Gefühle einzuordnen und eine Stütze für die Betroffene zu sein.

Kinder sollten ebenso wie erwachsene Familienmitglieder darauf bauen können, über wichtige Veränderungen in der Familie informiert zu werden. Sie müssen die Chance erhalten, sich auf die Krankheit der Mutter einzustellen und mit den möglichen Konsequenzen umgehen zu lernen.

Für die Betroffene selbst kann ein klärendes Gespräch mit ihrer Familie entlastend wirken. Plötzlich ist sie nicht mehr allein in und mit ihrer Situation und kann Mitgefühl und Unterstützung erfahren.

Tilli Egger

Binden Sie Ihre Angehörigen von Anfang an ein!

Von Dr. Tilli Egger, Strahlentherapeutin und Psychoonkologin

Es fällt uns allen nicht leicht, schlechte Nachrichten zu überbringen! Insbesondere, weil die Nachricht „ich habe Krebs“ mit einer besonderen Sorge hinsichtlich einer Veränderung der Lebensumstände einhergeht. Bedenken Sie, dass in vielen Familien häufig nur über die guten Dinge geredet wird, schlechte Nachrichten mehr oder weniger ausgeblendet oder übergangen werden. Vielleicht war das bislang bei Ihnen auch so.

Warten Sie diesmal nicht, bis die schlechte Nachricht, also die Diagnose Krebs, feststeht und Sie einfach reden müssen! Informieren Sie Ihre engsten Angehörigen von Anfang an. Verschweigen Sie ihnen nicht, dass der Verdacht auf eine Krebserkrankung besteht. Berichten Sie, dass umfangreiche ärztliche Untersuchungen geplant sind. Haben Sie Vertrauen in Ihren Partner, in Ihre erwachsenen Kinder, und muten Sie ihnen von Anfang an die Wahrheit zu!

Hilfe und professionelle Unterstützung suchen

Wenn Sie Angst davor haben, mit Ihren Angehörigen über Ihre Krankheit zu sprechen und vielleicht nicht die richtigen Worte zu finden, können Sie professionelle Unterstützung suchen. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt steht Ihnen sicher gern zur Seite. Vielleicht nehmen Sie ja Ihren Lebenspartner zu einem Gespräch mit dem Arzt mit.

Für alle Fragestellungen, die nicht mit dem körperlichen Leiden zu tun haben, gibt es eine spezielle Fachrichtung: die Psychoonkologie. Es gibt aber auch Psychologen und Kinder- und Jugendpsychologen, an die Sie sich bei Bedarf wenden können. Das Gespräch mit einem Therapeuten kann in vielerlei Hinsicht helfen. Vor allem können Sie in einem solchen Gespräch mit einer geschulten und neutralen Person Ihre Ängste und Sorgen die Erkrankung und ihre Folgen betreffend ganz offen ansprechen und „neutrales“ Feedback bekommen, ohne auf die Stimmung zu Hause oder im Freundeskreis Rücksicht nehmen zu müssen.

Tilli Egger

Das Zeitbudget schwindet….

Von Dr. Tilli Egger, Strahlentherapeutin und Psychoonkologin

Warum fällt es uns so schwer, über den Tod zu sprechen? Schließlich müssen wir alle gehen, der eine früher, der andere später. Dennoch ist der Tod in unserer modernen Gesellschaft ein Tabuthema. Wir teilen uns die Zeit ein, als ob wir „ewig“ zu leben hätten. Sie kennen das: Pläne werden aufgeschoben auf „irgendwann“, Zeit haben wir ja (noch) genug. Doch plötzlich sind wir mit der Tatsache konfrontiert, dass das Zeitbudget schwindet. Überlegen Sie bei einer ernsten Diagnose, was Sie wirklich noch erleben wollen, was Sie noch fertigstellen wollen, welche Aspekte Ihres Lebensplans Sie unbedingt noch verwirklichen wollen.

Es geht nicht um den Tod, der uns allen bevorsteht, sondern um das Bewusstsein, dass das Leben möglicherweise verkürzt ist, und damit auch um die Frage: „Was mache ich bis dahin?“

Die Diagnose und mein Umfeld

Oft ist es für Angehörige und Freunde schwer zu erkennen, was hinter der Diagnose metastasierter Brustkrebs steckt. In vielen Fällen sind aufklärende Gespräche notwendig, um die Krankheit besser verstehen zu können.